Laufende Kosten einer App in 2021

App laufende Kosten: welche Kosten kommen auf mich zu und wie hoch sind diese?

Wenn Sie eine App-Idee mit Ihrem Entwicklungspartner angehen, haben Sie meist schon einen klaren Überblick über die einmaligen Kosten Ihrer App Entwicklung. Häufig werden laufende Kosten separat behandelt und können, nach Launch Ihrer App, ein böses Erwachen hervorrufen. Wichtig ist, dass Sie sich im Vornherein einen klaren Überblick zu den laufenden Kosten verschaffen, um ordentlich zu budgetieren. Wir erklären Kostentreiber und definieren wie hoch diese laufenden Kosten sein dürfen.

In diesem Artikel finden Sie Informationen zu:

Wie setzen sich die laufenden Kosten einer App zusammen?

Welche Arten der laufenden Kosten einer App gibt es?

Laufende Kosten einer App können sich sehr unterschiedlich gestalten und bringen bekanntermaßen eine große Preis-Schere mit sich. Das gesamte Spektrum kann hier möglich sein – von 0€ bis hin zu mehreren Hunderttausend Euro. Denn die laufenden App-Kosten hängen von einer Vielzahl an Kostenfaktoren ab, wie zum Beispiel der Menge der Nutzer, der Menge der Funktionen, der benötigten Rechenleistung der Funktionen, der benötigten Servergrößen oder gewissen Diensten von Drittanbietern. Wir listen die wichtigsten Kostentreiber für Sie auf, beziffern diese und geben Handlungsempfehlungen.

Grundsätzlich gibt es bei der App-Erstellung verschiedene Ansätze um ans Ziel zu kommen, die alle verschieden bepreist werden. Bei Funktionalitäten, die schon häufig in verschiedenen Apps verwendet wurden, kann man oft auf kostenlose Open-Source Lösungen zurückgreifen. Kompliziertere Funktionen in einer App müssen häufig von Beginn an hochgezogen werden. Das heißt: Da diese Funktion neu ist, kann man nicht auf Alt-Bewährtes zurückgreifen, sondern schreibt den gesamten Code von neu. Eine weitere Option ist es natürlich die Software-Lösung in Form eines Subscription-Models oder On-Demand-Dienstes von einem Drittanbieter zu beziehen. Aber im Grunde genommen gibt es diese 5 laufende Kostentreiber einer App:

Serverkosten

1. Serverkosten

Wie hoch sind die laufenden Serverkosten einer App?

Es gilt: Nicht alle Funktionen, die Sie als Nutzer einer App sehen und verwenden können, werden direkt in der App ausgeführt. Viele Informationen werden Server-seitig transferiert und so werden grundlegende Funktionen wir Login/Registrierung direkt auf der Server-Seite bearbeitet.

Viele Agenturen sprechen von der Anzahl der Nutzer, die auf Ihre Server zugreifen, wenn es zur Preisgestaltung der Serverkosten kommt. Dennoch kommt es nicht wirklich auf die Menge der Nutzer an – können doch viele der Nutzer inaktiv sind und dementsprechend keinerlei Servervolumen benötigen. Vielmehr ist es wichtig, dass Sie Bescheid wissen über die Menge der gleichzeitig aktiven Nutzer und der dafür benötigten Rechenleistung.

Wenn Sie 5 verschiedene Angebote von den vielen vorhandenen Agenturen einholen, werden mit Sicherheit 5 verschiedene Server-Konzepte vorgeschlagen. Deshalb hier ein paar Empfehlungen, auf die Sie achten sollten, wenn Sie sich für ein Server-Paket entscheiden.

  • Verwenden Sie unbedingt einen Cloud-Provider. Das ist essentiell für Skalierbarkeit Ihrer App.
  • Halten Sie Ausschau nach Serverlosen oder PaaS-Lösungen (Platform-as-a-Service).
  • Achten Sie bei der Wahl des Cloud-Providers auf Server-Standort und bestehende Sicherheitsmaßnahmen. Es kann häufiger zu Problemen kommen, falls Sie US-Amerikanische Provider für deutsche Plattformen verwenden.
  • Google Firebase und Heroku sind bekannt für Nutzerfreundlichkeit während AWS, Microsoft Azure und die Google Cloud für hohe Leistungskapazität stehen

 

Damit Sie ein Gefühl für die Kosten erhalten: Google Firebase hat ein generöses Starterpaket, dass komplett kostenlos zur Verfügung steht. Microsoft Azure bietet ebenfalls eine kostenlose Servernutzung sowie niedrige Startpaketpreise ab 20€, was schon häufig für bis zu 5000 Nutzer ausreicht.

Wenn Ihre App skaliert, gibt es natürlich immer die Möglichkeit zum Server-Upgrade. Für rund 50€ im Monat haben Sie bei beiden Anwendungen tolle inkludierte Leistungen, die bei einer einfachen App für bis zu 12.000 Nutzer pro Tag ausreichen kann.

Sobald Sie die 12.000 Nutzer pro Tag übersteigen, können Sie in etwa mit 100-200€ Serverkosten monatlich rechnen.

Die oben genannten Preise für die laufenden Serverkosten gelten als indikativ. Es kann auch hier – abhängig von Nutzung – immer Ausreiser nach oben und unten geben.

Achtung: Serverkosten können schon mit dem Start Ihrer App-Entwicklung starten. Denn App Agenturen benötigen natürlich einen Live-Server, um die entwickelten Funktionen zu testen und zu demonstrieren.

Datenbankkosten

2. Datenbankkosten

Wie hoch sind die laufenden Datenbankkosten einer App?

Zum Thema „monatliche Kosten der Datenbank“ muss man wissen, dass grundsätzlich alle Informationen einer App in einer Datenbank gesichert werden. Das betrifft all Ihre Kundendaten, Konteninformationen, sowie Informationen bezüglich der Interaktion des Nutzers.

Kostentreiber bei Datenbanken lassen sich in drei Kategorien einteilen: Leistungsvermögen, Bereitstellung und Fassungsvermögen. Kurz erklärt bedeutet dies, je mehr Daten oder User in der Datenbank verwaltet werden müssen, desto teurer wird die Datenbank. Natürlich gibt es zahlreiche Apps, die auf einer Vielzahl an Datenbanken laufen, die es zu warten gilt.

Preislich müssen Sie sich bei kleineren Anwendungen mit bis zu 5.000 Nutzern keinerlei Sorgen machen, denn bis zu diesem Schwellenwert können Sie sehr wahrscheinlich noch von den kostenlosen Paketen der Datenbank-Provider profitieren.

Datenbankkosten für Apps für 5.000 bis 25.000 Nutzern liegen bei 100€ im Monat aufwärts. Und die Kosten der Datenbank für große Apps von über 25.000 Nutzern liegen in etwa bei 250€ monatlich. Aber, wie schon erwähnt, gibt es hier nach oben keinerlei Limitierung. Denn Sie können sich sicher sein, dass Apps wie Facebook oder Uber mit Sicherheit nicht auf einer 250€ Datenbank laufen. Komplexere Systeme werden in der Unterhaltung signifikant teurer sein. Grundsätzlich gilt je mehr Datensätze in der Datenbank gehalten werden müssen – egal ob Produktinformationen, Kundeninformationen oder Eingaben – desto mehr kostet die Datenbank.

Kosten Datenspeicher

3. Datenspeicherkosten

Wie hoch sind die Datenspeicherkosten einer App?

Eine der bestehenden Funktionen Ihrer App beinhaltet das Hochladen und Herunterladen von Dateien wie zum Beispiel Bildern, Videos und Texten. Diese gilt es online zu sichern, um die Synchronisierung zwischen verschiedenen Endgeräten zu gewährleisten. Sprich, dass diese Informationen unabhängig vom verwendeten Endgerät angezeigt werden.

Neben dem Branchenprimus S3 von Amazon, haben auch die Altbekannten Google und Microsoft einen Service hierzu entwickelt. Die Marktanteile sind im Jahr 2021 aber relativ eindeutig zu Gunsten von Amazon verteilt. Google und Microsoft sind hier mit weitem Abstand auf Platz 2 und 3.

S3 bietet ein Maximum an Leistung und Verfügbarkeit, denn hier wird nur das genutzte Volumen in Rechnung gestellt.

Um eine belastbare Aussage bezüglich der laufenden Datenspeicherkosten zu machen, müssen Sie die Nutzerschaft und -Menge Ihrer App kennen. Grundsätzlich dürfen Sie aber für eine kleine bis mittelgroße App mit Kosten von 20€-100€ rechnen. Für große Apps mit viel Datentransfers und Datenabfragen gibt es nach oben natürlich keinerlei Limit, aber Sie dürfen mit Kosten von 100€ aufwärts rechnen.

Achtung: Falls Sie gerne Ihre geschätzten Kosten bei Amazon S3 berechnen müssen, können Sie dies hier tun: https://calculator.aws/#/estimate

api programmierung

4. API-Kosten von Drittanbietern

Wie hoch sind die die API-Kosten durch Drittanbieter?

Es gibt verschiedene Ansätze eine App-Funktion zu entwickeln. Entweder (1)  man entwickelt „from scratch“ bzw. von 0 an, oder (2) man bedient sich verschiedener öffentlicher Frameworks und Bibliotheken, die schon bestimmte Grundfunktion millionenfach getestet und verbessert haben, oder aber (3) man verwendet eine lizensierte Software von einem Drittanbieter.

Option (1) und (2) sind von Grund auf kostenlos – Option (3) bedient sich einer lizensierten Software, die von einer Unternehmung verwaltet und gewartet wird. Diese gilt es zu bezahlen. Die Nutzung wird bei der Verwendung von Drittanbieter-APIs zumeist über

Alles von Grund auf neu zu programmieren macht keinen Sinn: Es ist teuer, schwierig auf dem neuesten Stand zu bleiben und erfordert viel Aufwand für die Wartung. Um einige Funktionen schnell in Ihre App zu implementieren, ist es besser, die Vorteile zu nutzen, die bestimmte Anbieter bereits anbieten.

Achtung: Die Kosten liegen bei der Google Places oder Maps API zum Beispiel zwischen 0,015€ und 0,005€ pro Abruf oder Abfrage.

Kosten App Store und Play Store

5. Gebühren zum Launch Ihrer App im AppStore oder PlayStore

Wie hoch sind die Kosten für den Release Ihrer App im Store?

Laufende Kosten für Ihre App im Store (PlayStore oder AppStore) sind grundsätzlich eher gering im vergleich zu den oben aufgelisteten Kosten. Beide Stores verlangen keine Subscription Fee oder Gebühr, sondern vielmehr eine einmalige Gebühr für die Einrichtung eines App-Entwickler Accounts. Über dieses Konto können unendlich viele Apps im Store veröffentlicht werden.

Neben dieser Kontoeinrichtungsgebühr nehmen die beiden Zielplattformen ebenfalls eine Kommission an Ihren in-App Verkäufen. Das heißt im Klartext: Alle herkömmlichen Verkäufe über die App wie Waren oder physische Produkte werden nicht von der Kommission tangiert. Digitale Verkäufe wie ein Premium-Account mit zusätzlichen Funktionen, bilden hier wohl das beste Beispiel.

Der Google PlayStore verlangt konkret circa 25€ an einmaligen Kosten. Die Provision liegt bei Google im ersten Konto-Jahr zwischen 28% und 35% der in-App-Verkäufe. Nach einiger Zeit sinkt die Provision auf niedrigeres Niveau von etwa 10% bis 18%.

Der Apple App Store verlangt eine jährliche Fee von 80€. Wenn eine App über den AppStore verfügbar sein soll, aber nur firmenintern genutzt wird, müssen Sie mit jährlichen Kosten von 250€ rechnen. Auch Apple verlangt identische Kommissions-Preise für in-App-Käufe wie der Google PlayStore.

Play Store und App Store Kosten

Praxisbeispiele für Apps

So hoch sind die laufenden Kosten vergleichbarer App-Entwicklungen

Wie zuvor beschrieben, kann die Preisschere bei den laufenden App-Kosten sehr weit auseinander gehen. Die größten Kostentreiber sind Anzahl der aktiven Nutzer, Anzahl der Abfragen und Größe der Abfragen.  

Damit Sie eine Idee bekommen, wie hoch die laufenden Kosten einer App sein sollten, haben wir hier ein paar Beispiel für Sie zusammengeschrieben. Die Apps unterscheiden sich in den wichtigsten Kostentreibern:

  • Native Fitness App für Android und iOS – 6.000€

Funktionen umfassen in-App Einkäufe, GPS-Tracking, und Upload von Bildern in einem Feed. Aktive Nutzerzahlen von bis zu 15.000 Nutzern.  

  • Native Mobilitätsapp für Android und iOS – 2.500€

Funktionen umfassen GPS-Tracking, dezentrale Fahrzeugbuchung, Fahrer-Kommunikation und Bezahlvorgänge. Aktive Nutzer: 50.000

  • News-Feed Android App – 180€

Eine sehr einfach gehaltene App mit Push-Benachrichtigungen und einem News-Feed ohne Interaktion. Aktive Nutzer: 500

  • Plattform für Vermietungen für iOS und Android – 9.000€

Umfassende App mit Chatintegration, GPS-Location, Kunden-Produkt-Upload, permanente Editierbarkeit von Inhalten, und in-App Einkäufe für Premium Accounts. Aktive Nutzer: 80.000

Zusammenfassung

Lassen Sie sich mehrere Angebote geben!

Laufende Kosten einer App lassen sich grundsätzlich nicht pauschalisieren. Denn wie oben erklärt, hängen diese laufenden Kosten immer von einer Vielzahl an Faktoren ab – ob es der Funktionsumfang der App ist, die bestimmten Funktionen einer App, oder die Anzahl der aktiven Nutzer auf der Plattform. Grundsätzlich gilt aber, dass Sie unter 180€ pro Monat an laufenden Kosten nur kleiner Apps betreiben können, die wenig aktive Nutzer besitzen. 

Mittelgroße Apps liegen je nach Funktionalitäten der App zwischen 180€ und 300€ monatlich. 

Größere Apps, die vor allem durch in-App Käufe Umsatz generieren, können die laufenden Kosten bis etwa 15.000€ skalieren. Dies hängt natürlich immer von der Höhe der Kommission der Zielplattform ab. 

Jede Agentur oder Freelancer hat einen anderen Fokus. Manche Unternehmen spezialisieren sich auf die Wartung und Pflege von Applikationen und können hier sehr kompetitive Preise anbieten, andere Firmen spezialisieren sich mehr auf die Projektarbeit und geben Projekte gerne nach der einmaligen Entwicklungsphase ab. 

Stellen  Sie deshalb sicher, dass Sie mindestens 3 Angebote einholen, um einen guten Überblick über Preisstrukturen zu bekommen und sehen Sie sich die Referenzen der Agentur zeigen.