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Tourenplanung & Tourenoptimierung: kaufen oder bauen?

Ganz gleich, ob Sie ein Technikbegeisterter oder ein Geschäftsinhaber sind, der Technologie für sein Wachstum nutzen möchte, unser Blog bietet wertvolle Informationen und Ressourcen, um Sie zu informieren und zu inspirieren.

Tourenplanung und Tourenoptimierung: Standardsoftware oder eigene Lösung?

Table of Contents

Die Suche nach „Tourenplanung Software“ oder „Tourenoptimierung“ führt zu einer Handvoll starker, spezialisierter Produkte und zu einer Frage, die keines davon ehrlich beantwortet: Braucht Ihre Spedition eine eigene Lösung, oder ein Standardprodukt, das Sie richtig einbinden? Für die Optimierung selbst lautet die Antwort fast immer: kaufen. Für den Weg der Daten in den Optimierer und wieder heraus: oft nicht.

Dieser Artikel trennt beide Fragen. Er erklärt, was Tourenplanung und Tourenoptimierung leisten, warum Sie den Optimierer nicht nachbauen sollten, und wo der eigentliche Aufwand in vielen Speditionen liegt: nicht im Algorithmus, sondern in der Handarbeit rundherum. Er richtet sich an Speditionen und Logistikdienstleister mit eigenem Fuhrpark oder Nahverkehr, die planen, aber das Gefühl haben, dass ihr Planungswerkzeug im Alltag nicht ankommt.

Was Tourenplanung und Tourenoptimierung leisten

Die Begriffe werden oft synonym benutzt, meinen aber zwei Dinge. Tourenplanung ist das Bilden der Touren: Welche Sendungen kommen auf welches Fahrzeug, in welcher Reihenfolge, an welchem Tag. Tourenoptimierung ist die rechnerische Minimierung dieser Touren nach Zielgrößen wie Kilometern, Zeit, Kosten oder Auslastung, unter Nebenbedingungen wie Zeitfenstern, Fahrzeugtypen, Lenkzeiten und Gewichten. Tourenplanungssoftware plant; ein Optimierer rechnet die beste Variante aus. „Routenoptimierung“ meint dasselbe wie Tourenoptimierung.

Für den Nahverkehr, die Belieferung im Werkverkehr oder die Zustellung mit eigenem Fuhrpark ist gute Tourenoptimierung ein echter Hebel. Sie senkt gefahrene Kilometer und macht Zusagen an Kunden planbar. Genau deshalb gibt es dafür ausgereifte Produkte, und genau deshalb lohnt sich der Eigenbau selten.

Von der privaten Routenplanung, die viele mit dem Wort „Tourenplanung“ verbinden, unterscheidet sich die Tourenplanung in der Logistik grundlegend. Sie plant keine einzelne Fahrt; sie verteilt Hunderte Sendungen auf einen Fuhrpark, unter Restriktionen, die eine Navi-App nicht kennt. Genau diese Komplexität macht Tourenplanung Software zu einem eigenen Produktfeld.

Der Markt: spezialisierte Optimierer, die Sie nicht nachbauen sollten

Tourenoptimierung ist ein mathematisch anspruchsvolles Feld mit jahrzehntelanger Entwicklung. Anbieter wie PTV, Wanko oder Greenplan haben Optimierungskerne, die Millionen von Varianten in Sekunden durchrechnen und Randbedingungen abbilden, die kaum ein Betrieb selbst nachbauen könnte, ohne ein Forschungsprojekt zu starten.

Unsere Empfehlung ist hier eindeutig, obwohl wir individuelle Software bauen: Für die Optimierung selbst kaufen Sie ein Standardprodukt. Ein eigener Optimierer rechnet sich für eine mittelständische Spedition praktisch nie, weil Sie gegen Produkte anträten, in denen Hunderte Personenjahre stecken. Wer Ihnen für den Kern der Tourenoptimierung Individualentwicklung verkauft, verkauft Ihnen das falsche Projekt. Diese Ehrlichkeit über die Grenze von Individualsoftware gehört zu den Fragen, die Sie jedem Partner stellen sollten; welche das sind, steht in Softwareentwicklungspartner auswählen.

Warum gute Tourenoptimierung im Alltag trotzdem scheitert

Wenn der Optimierer so gut ist, warum liegen dann in vielen Speditionen die Touren am Ende doch wieder nach Erfahrung und Bauchgefühl fest? Weil das Werkzeug auf einer Insel steht.

Der typische Ablauf: Aufträge kommen per E-Mail und im TMS an. Der Planer überträgt sie morgens von Hand oder per Teil-Export in den Optimierer, pflegt Sonderfälle nach, lässt rechnen, prüft das Ergebnis und spielt die fertigen Touren wieder zurück ins TMS und an die Fahrer. Jeder dieser Schritte ist Handarbeit. Unter Zeitdruck, und die Dispo steht immer unter Zeitdruck, wird der Umweg über den Optimierer irgendwann übersprungen, und es wird wieder von Hand geplant. Das beste Optimierungsergebnis nützt nichts, wenn der Weg dorthin zu umständlich ist, um ihn täglich zu gehen. Wie solche Insellösungen neben dem Kernsystem entstehen, beschreibt der Artikel zum SaaS-Wildwuchs.

Ein Beispiel: Ein Lebensmittel-Logistiker mit 40 eigenen LKW im Nahverkehr lizenziert einen leistungsfähigen Optimierer. In der Theorie plant er damit optimal. In der Praxis exportiert die Disposition morgens die Aufträge aus dem TMS in eine Datei, lädt sie in den Optimierer, korrigiert von Hand die Fälle, die der Export verloren hat, und überträgt die fertigen Touren wieder zurück. An Tagen mit hohem Aufkommen fehlt dafür die Zeit, und es wird nach dem Muster der Vorwoche geplant. Der Optimierer ist exzellent und steht die halbe Woche still.

Was die Lücke kostet: ein Rechenrahmen

Was die Handarbeit um den Optimierer kostet, lässt sich beziffern. Setzen Sie Ihre eigenen Werte ein; die folgenden sind ein Modell, keine Benchmark.

Angenommen, ein Planer verbringt 2 Stunden pro Tag damit, Aufträge in den Optimierer zu geben, das Ergebnis zu prüfen und die Touren zurück ins TMS und an die Fahrer zu spielen. Bei 220 Arbeitstagen und 55 EUR Vollkosten sind das 2 × 220 × 55 = 24.200 EUR pro Jahr, nur für den Datentransport rund um ein Werkzeug, das eigentlich Zeit sparen soll.

Wichtig: Das ist ein theoretisches Bruttopotenzial, kein Sparbetrag, und es ist noch nicht der größte Posten. Der teurere Effekt ist unsichtbar: die Touren, die unter Zeitdruck gar nicht erst optimiert werden, weil der Weg über das Werkzeug zu umständlich ist. Diese gefahrenen Mehrkilometer stehen in keiner Rechnung und übersteigen die reine Koordinationszeit oft deutlich. Wie viel davon real zurückkommt, zeigt erst eine Prozessaufnahme.

Standardoptimierer, Konfiguration oder eigene Integration?

Bevor Sie über eine eigene Lösung nachdenken, gilt die ehrliche Prüfung in dieser Reihenfolge.

Erstens: Führen Sie Ihr Standardprodukt richtig ein. Die meisten Optimierer decken mehr Randbedingungen ab, als anfangs genutzt werden. Oft liegt das Problem nicht am Werkzeug, sondern an einer halben Einführung.

Zweitens: Prüfen Sie die Standard-Schnittstellen. Viele Optimierer und TMS bringen fertige Konnektoren mit. Wenn einer Ihren Auftragsfluss abdeckt, bauen Sie ihn nicht nach.

Drittens: Ist Ihr Auftragseingang zu speziell für den Standardweg? Erst wenn Aufträge weiter von Hand in den Optimierer und zurück wandern, weil Ihr Eingang und Ihre Dispo-Logik nicht in fertige Schnittstellen passen, lohnt eine eigene Integration. Beachten Sie den Unterschied: Sie bauen dann nicht den Optimierer, sondern die Verbindung zu ihm.

Wann ein Standardoptimierer nicht passt

Es gibt Fälle, in denen selbst ein gut konfiguriertes Standardprodukt an Grenzen kommt: sehr spezielle Beladeregeln, ein Mix aus eigenem Fuhrpark und wechselnden Subunternehmern in einer Planung, ungewöhnliche Zeitfenster- oder Gefahrgutlogik. Auch dann ist die erste Antwort selten ein eigener Optimierer. Näher liegt die Suche nach einem spezialisierten Produkt, das genau diese Restriktion beherrscht; der Markt für Tourenplanung Software ist breiter, als die drei großen Namen vermuten lassen. Erst wenn wirklich kein Produkt Ihre Kernrestriktion abbildet und diese Ihren Wettbewerbsvorteil ausmacht, wird individuelle Entwicklung am Optimierungskern zum Thema, und selbst dann meist als Ergänzung, nicht als Ersatz.

Was eine Integration in den Dispo-Fluss kostet

Sie zahlen hier für Integration und Datenfluss, nicht für einen Optimierungskern. Eine einzelne Anbindung, die Auftragsdaten automatisch in den Optimierer gibt und die Ergebnisse zurück ins TMS und an die Fahrer spielt, beginnt bei individueller Entwicklung seriös bei rund 50.000 EUR. Eine durchgängige Dispo-Schicht, die Auftragserfassung, Optimierer-Anbindung und Status verbindet, liegt für Speditionen dieser Größe zwischen 75.000 und 150.000 EUR, dazu als Richtwert 15 bis 20 Prozent pro Jahr für Betrieb und Weiterentwicklung.

Wo Ihr Projekt landet, bestimmen die Zahl der Schnittstellen zu TMS und Optimierer, die Datenqualität der Stammdaten und die Zahl der Sonderfälle. Der Nutzen ist dabei doppelt: Die tägliche Handarbeit um den Optimierer entfällt, und er wird tatsächlich jeden Tag genutzt, weil der Weg dorthin keine Hürde mehr ist. Erst dann liefert das Produkt, für das Sie ohnehin zahlen, seinen vollen Wert. Die vollständige Kostenaufstellung steht in Was Digitalisierung im Mittelstand kostet, den Rechenweg für den Nutzen zeigt der Artikel zum ROI von Individualsoftware. Wie sich der Datenfluss zwischen E-Mail, TMS und Optimierer ohne doppelte Eingabe herstellen lässt, zeigt Von doppelter Dateneingabe zu null manuellen Eingaben.

Diese Integration ist Teil der operativen Schicht, die über TMS und Optimierer liegt und die Disposition zusammenführt. Wie diese Schicht insgesamt aussieht, zeigt unsere Seite zu Operations-Plattformen für Speditionen; worauf es in der Disposition selbst ankommt, der Artikel zu Dispositionssoftware für Speditionen.

Selbsttest: Braucht Ihre Tourenplanung eine eigene Integration?

Eine eigene Integration statt weiterer Handarbeit ist wahrscheinlich Ihr nächster Schritt, wenn mehrere dieser Punkte zutreffen:

  • Aufträge werden morgens von Hand aus E-Mail oder TMS in den Optimierer übertragen.
  • Die optimierten Touren werden anschließend von Hand zurück ins TMS und an die Fahrer gespielt.
  • Unter Zeitdruck wird der Optimierer übersprungen und wieder nach Erfahrung geplant.
  • Ihr Optimierer und Ihr TMS haben keine passende Standard-Schnittstelle für Ihren Auftragseingang.
  • Sie wissen, dass Ihre Touren besser sein könnten, das Werkzeug dafür steht aber ungenutzt bereit.

Sie ist wahrscheinlich nicht Ihr nächster Schritt, wenn Sie Ihren Optimierer noch nicht sauber eingeführt haben, oder wenn ein fertiger Konnektor zwischen TMS und Optimierer Ihren Auftragsfluss bereits abdeckt.

Was jetzt zu tun ist

Trennen Sie die beiden Fragen sauber. Für die Tourenoptimierung selbst wählen Sie ein Standardprodukt und führen es richtig ein; hier ist Eigenbau der falsche Weg. Messen Sie dann, wie viel Zeit die Handarbeit rund um dieses Werkzeug bindet, und beobachten Sie, wie oft es unter Druck übersprungen wird. Beide Beobachtungen zusammen sagen Ihnen, ob sich eine eigene Integration lohnt.

Bleibt das Werkzeug eine Insel, weil Daten von Hand hinein- und herauswandern, ist die Verbindung in den Dispo-Fluss die tragfähige Investition, nicht ein neuer Optimierer. Wenn Sie sehen wollen, wie diese Verbindung für eine Spedition Ihrer Größe aussieht, finden Sie es auf unserer Seite zu Operations-Plattformen für Speditionen, oder Sie buchen ein Gespräch.

Vereinbaren Sie einen kostenlosen und unverbindlichen Beratungstermin mit unserem Team.

 

Über den Autor:
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Marc Müller

Hallo, ich bin Marc Müller - einer der Gründer von appleute und Autor unserer Blogseite. Mit mehr als 7 Jahren Erfahrung in der Technologiebranche habe ich eine tiefe Leidenschaft für Innovation entwickelt und ein starkes Engagement, die bestmöglichen Lösungen für unsere Kunden zu liefern.

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