CMS (Content-Management-Systeme)

React oder WordPress?

Es gibt zahlreiche CMS (Content-Management-Systeme). WordPress ist heute der Marktführer bezüglich Nutzeranzahl und Webseiten online. Doch es gibt andere Technologien die auf Programmiersprachen wie beispielsweise React basieren, die in zahlreichen Fällen die bessere Wahl darstellen. Wir erläutern Vor- und Nachteile von React-basierten CMS gegenüber WordPress.

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React oder WordPress?

Die Frage, was bei der Planung einer Website zu verwenden ist, ist von enormer Bedeutung. Abhängig von der Art der Website, die Sie erstellen möchten, gibt es verschiedene Möglichkeiten.

WordPress ist das am häufigsten verwendete und etablierteste Content Management System (CMS) für die Erstellung von Websites. Aber auch WordPress hat seine Nachteile. Gleichzeitig ist React auf dem Vormarsch, was die Erstellung von Websites angeht. 

Sie sollten von Anfang an wissen, dass WordPress ein CMS ist und React nicht. React kann jedoch zur Erstellung einer Web Application verwendet werden, indem es mit anderen Libraries vernetzt wird, woraus dann ein fertiges Produkt entsteht. Lassen Sie uns einen Blick auf die Vor- und Nachteile von WordPress und React werfen, um Ihnen die Entscheidung zu erleichtern, welchen Weg Sie für Ihr nächstes Website-Projekt einschlagen sollten.

Vorteile bei der Verwendung von WordPress

  • Gleich loslegen – Es ist einfach zu installieren, mit Ihrer WordPress Website können Sie im Handumdrehen starten. Einige Hosting-Provider featuren sogar ein One-Click-Installation-Tool in ihrem Admin Panel.
  • Schnelle Lernkurve bei Anfängern – Wenn Sie eine einfache Website mit basalen Funktionen erstellen möchten, dann ist WordPress eine gute Wahl. So stehen z.B. ein Post-Editor zum Schreiben von Artikeln, Drag & Drop-Menüs und Sidebar-Tools, Authentifizierungssysteme, etc. zur Verfügung.
  • Benutzerfreundliches CMS – Die meisten Leute schätzen die Einfachheit, mit der Dinge in WordPress erledigt werden können.
  • Zahlreiche Plugins & Themes – Von der Zusendung von Webformularen an Ihre E-Mail bei jeder Neueinreichung bis hin zur Verwendung von Webboards oder einem automatischen Backup-System – alles kann mithilfe von Plugins erreicht werden. Selbst für diejenigen unter Ihnen, die Webdesign nicht als Ihr Steckenpferd ausgeben, kann eine schöne Website unter Verwendung bestehender Themes erfolgreich erstellt werden.
  • Kostengünstiges Hosting – Die meisten kostengünstigen Webserver laufen mit PHP, was die Kosten für die Einrichtung einer neuen WordPress-Website sehr niedrig hält. Der Nachteil ist, dass auf diesen Servern in der Regel alte oder veraltete Versionen von PHP laufen, wobei Sicherheitsrisiken und Performancedefizite auftreten können. Hier sind einige der Empfehlungen für die besten Hosting-Provider mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.
  • SEO ist mit drin – Wenn Sie eine Website bauen, die auf einer guten Search Engine Optimization (SEO) beruht, werden Sie bei WordPress sofort bedient. Es gibt eine Vielzahl von SEO-Plugins, die Ihnen helfen, Ihr Ranking zu verbessern und Social Sharing zu promoten. Zwar basiert React auf Server-Side Rendering (SSR) – das ist großartig – jedoch macht WordPress bei SEO-Geschichten so schnell niemand was vor. Welche Teile essentiell für Ihre Landing Page sind, ist hier erklärt.
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Vorteile bei der Nutzung des React Ecosystems

  • Erstellung von native Apps mit React Native – Sobald Sie React ausreichend verstehen, können Sie es nutzen, um mobile Apps sowohl in Android als auch in iOS zu erstellen. Hierfür sind keine zusätzlichen Dienste, Plugin oder Sonstiges notwendig.
  • Die meisten Libraries sind KOSTENLOS und werden von der Community unterstützt – Während WordPress mittlerweile von bezahlten Themes und Plugins nur so übersät ist, ist das Erstellen mit React meist kostenlos. Es gibt den zusätzlichen Vorteil, dass die React-Community sehr solidarisch ist und ihre Plugins gegenseitig unterstützen.
  • Großartig für die Erstellung von Websites, die Daten via APIs empfangenApplication Programming Interfaces (APIs) benötigen für das Senden von Daten eine geringe Bandbreite, wodurch die Website schnell ist. In Zeiten, in denen sich Web Ecosystems APIs zuwenden, ist React viel einfacher als WordPress zu nutzen, um empfangene Daten zu parsen.

Nachteile bei der Verwendung von WordPress

  • Das Design: Sie sind im Design und in der Art, wie Sie Ihre Website organisieren, eingeschränkt. Aus diesem Grund sehen alle WordPress Websites ähnlich aus. Es wird schnell teuer, wenn man wirklich etwas Einzigartiges schaffen möchte.
  • Die Sicherheit: WordPress kann aufgrund von Sicherheitsproblemen bei Plugins (wie auf iThemes beschrieben) leicht gehackt werden – hier bringt es zumeist auch nichts, wenn Sie mehrere „Sicherheits-Plugins“ auf Ihrer WordPress Website installiert haben.
  • Updates: WordPress-Updates stellen ein großes Problem dar. Es kommt zu s.g. Breaking changes, wobei eine Softwareänderung das multiple Versagen anderer System auslösen kann, d.h. unter Umständen funktionieren auf einmal bspw. einige Plugins nicht mehr. Die meisten Plugins werden von Hobbycodern und nicht von professionellen Programmierern entwickelt. Dementsprechend weisen solche Plugins keine professionellen, sicherheitsgeprüfte Standards auf. 
  • Skalierung: WordPress läuft auf PHP, einer alten Programmiersprache.  Es kann schwierig zu skalieren sein. Hierdurch wird die Seite langsamer, wenn Inhalt oder Besucherzahl wachsen. Es gibt Kniffe, wie man mit den Limitierungen bei PHP umgehen kann, jedoch sind diese nicht teilweise schwer umzusetzen bzw. teuer im Hosting. Ein paar hilfreiche Tipps finden Sie hier und hier und hier.
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  • Größtes Thema – Technische Schulden: Da WordPress der Hauptakteur auf dem Markt und schon sehr lange etabliert ist, besitzen viele ihrer Kunden Websites, die mit älteren Versionen von WordPress erstellt wurden. WordPress schafft es nicht, mit einem neuen System alle zugrunde liegenden Probleme zu beheben, die tief in ihrem System (und damit auf alten Websites) verwurzelt sind. Dieses Problem führt zur „technischen Verschuldung“ – und diese ist bei WordPress besonders akut: Es kann zwar schnell gehen, ein Projekt mit WordPress zu beginnen, wobei schon das Hinzufügen weiterer Funktionen mit der Zeit immer langsamer und mühsamer wird. Die Kosten, die Ihnen im Laufe der Zeit entstehen, um altes am Laufen zu halten, liegt am unvollkommenem bzw. unzureichendem Code, der instandgehalten bzw. geupdatet werden muss. Das ist zeit- und ggf. kostenintensiv. Das Beheben von Fehlern und das Patchen von Exploits, das Hinzufügen neuer Features oder die Anstellung eines Entwicklers kosten Zeit und Geld. Wenn Ihr Projekt größer wird, die Codebase wächst und mehr Leute an diesem Code arbeiten, wird es  hier und da zu Auseinandersetzungen bzw. Verständigungsschwierigkeiten kommen. Stellen Sie sich vor, Sie haben eine Deadline und eine nicht ideale Lösung wird in den Quellcode gepatcht, um rechtzeitig fertig zu werden. Vielleicht fügen Sie dann noch eine Open-Source-Komponente hinzu, die Sie nicht vollständig verstehen, um eine Funktion zu handhaben, anstatt sie selbst zu programmieren. Oder Sie wechseln vielleicht Libraries zwischen den Versionen (z.B. von Backbone zu React), müssen aber immer noch Leute unterstützen, die die Legacy-Codebase für ihre Projekte verwenden. Absolut nichts von all diesen Dingen ist per se schlecht. Vielleicht ist gar überhaupt nichts schlecht. Jedenfalls im Moment nicht. Aber wenn man alles zusammenzählt, müssen die technischen Schulden, die sie machen, irgendwann in der Zukunft zurückgezahlt werden. Irgendwann muss die von Ihnen eingebautet Open-Source-Komponente vielleicht ersetzt (oder geforked) werden. Das wird Zeit und Geld kosten. In ferner Zukunft müssen Sie den gesamten Backbone-Code aus Ihrem Projekt entfernen und die Unterstützung von Altnutzern einstellen. Auch das kostet Zeit und Geld. Der Patch, den Sie gemacht haben, um eine Frist einzuhalten? Nun, er wird irgendwann rückgängig gemacht werden und eine dauerhaftere Korrektur benötigen. Noch einmal: Zeit und Geld. Und Sie werden neue Mitglieder in Ihrem Team haben, die den alten Code noch einmal durchgehen, um all das zu tun, wobei sie den Code und die Logik der früheren Entwickler verstehen müssen. Zeit. Geld. Man sollte nicht auf wackligen Beinen bauen, wenn etwas von Dauer sein soll. Während technische Schulden einen abstrakten Begriff darstellen und evtl. metaphorisch interpretiert werden, sind die Kosten für technische Schulden hingegen sehr real. Ihre Rückzahlung hat einen monetären Wert, und Sie können die Zinsen, die Sie dafür zahlen, in Arbeitsstunden und Lohnabrechnungen nachverfolgen.
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Nachteile bei der Verwendung des React Ecosystems

  • Entwickler erforderlich: Im Gegensatz zu WordPress werden für das Programmieren mit React Entwickler benötigt, die an der Website arbeiten. Was bedeutet, dass Sie diese entweder einstellen oder selbst coden müssten.
  • React ist kein Framework: React ist vielversprechend. Sollten Sie jedoch etwas schnell erledigen müssen, kann React frustrierend sein – haben Sie Kunden, Projekte und dringende Termine, kann React ein paar Nerven kosten, bedarf es doch teilweise ein wenig Forschungsarbeit. React kann spielerisch eingesetzt werden, ist großartig zum Experimentieren, aber herausfordernd, wenn man versucht, die Dinge richtig zu machen. Lassen Sie sich am besten darauf ein, dass es nicht den EINEN Weg gibt.
  • Community Conventions sind noch in der Entwicklung: Wie strukturiere ich das? Wie gehen die Leute damit um? Ich will nicht sagen, dass Library Developers keine starke Meinung darüber haben, wie ihre Bibliotheken genutzt werden sollten, denn das tun sie ganz sicher. Das Problem ist, dass Fluktuationen auftreten und der Wandel so schnell vonstatten geht, dass sie oft keine Zeit haben, sich auf gemeinsame Conventions zu einigen. Nur diejenigen, die wirklich auf die monatlichen, wöchentlichen und täglichen Änderungen in der React-Community achten, können Ihnen sagen, wie Sie eine beliebige Bibliothek am besten nutzen können.

Fazit

Der Hauptgrund, warum sich viele Leute immer noch für WordPress entscheiden, ist, dass es im Vorab billiger ist. Leider neigen zu viele Agenturen dazu, Kunden nicht über die Auswirkungen technischer Verschuldung zu informieren (niedrige Anfangskosten und hohe spätere Servicekosten). Wenn man das Problem der technischen Verschuldung anerkennt, scheint es, als dass WordPress einfach nicht der Mühe wert ist – Nachteile überwiegen den Vorteilen.

Aber ist das Problem der technischen Verschuldung eines, das jeden betrifft, der eine Website erstellen möchte? Sind nicht viele der Websites, die wir sehen, nicht von der Art, die ständige Aktualisierungen und Änderungen benötigen? Viele Websites müssen nicht ständig wachsen oder auf sich selbst aufbauen. Macht es Sinn, eine Website auf React zu erstellen, wenn Sie wissen, dass Sie das gleiche Ergebnis mit WordPress mit weit weniger Aufwand erreichen können?

Wenn Sie nur eine kleine Website erstellen, die sich wahrscheinlich nicht verändern wird oder nur selten neue Inhalte benötigt, ist WordPress mit ziemlicher Sicherheit die bessere Wahl. Dies gilt insbesondere dann, wenn Sie keinen Zugang zu einem Entwickler haben. Nutzerfreundlichkeit sowie Erweiterbarkeit sind die Hauptgründe dafür, dass es mittlerweile über 18,9% aller Websites im Internet betreibt.

Für alle Websites, die organische wachsen und auf hohe Sicherheitsstandards Wert legen, ist React die richtige Wahl.

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